Pro Panoramafreiheit

Für das Recht auf freie Fotografie
Das Bild zeigt ein Teilstück eines Kunstwerks in einem Weinberg, zu sehen ist eine Frau mit einem Kind, das Trauben in der Hand hält, den Figuren ist - nicht vom Fotografen - eine Rose zugesteckt worden; in Zukunft wäre die Nutzung dieses Bild vermutlich bereits vergütungspflichtig

DJV - Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Fotografen-Freiheit international: Der Appell von Perpignan

Von Redaktion • 16.10.07 • Thema: Ausland, Hintergrund

Fotos von Verbrechensopfern am Tatort sollen veröffentlicht werden dürfen, ohne dass es auf das Einverständnis von Angehörigen ankommt. Das soll jedenfalls dann gelten, wenn das Verbrechen zugleich auch ein politisches Ereignis von bedeutender Tragweite ist. Das ist eine gemeinsame Forderung des Festivals “Visa pour l´image” und der französischen Zeitschrift “Paris Match”, der sich auch die Europäische Journalisten-Förderation, der unter anderem auch der DJV angehört, angeschlossen hat. Der Aufruf kann hier online unterzeichnet werden.

Hintergrund des Appells ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der eine Entscheidung französischer Gerichte bestätigte, die von den Angehörigen des leitenden französischen Regierungsbeamten Claude Erignac erwirkt worden war. Claude Erignac war Präfekt auf Korsika und wurde 1998 ermordet. Das Ereignis hatte große Bedeutung für die korsische Politik und führte zu einer massiven Protestbewegung in der Bevölkerung.

Das Bild selbst zeigte Claude Erignac am Boden liegend, nachdem er erschossen worden war. Die Zeitschrift “Paris Match”, eine Mischung aus Polit-, Nachrichten- und Unterhaltungsmagazin, sowie die Zeitschrift VSD, hatten das Bild veröffentlicht und waren anschließend wegen Verletzung des Rechts auf Privatheit verklagt worden.

Für die Freiheit der Bildberichterstattung - der Appell von Perpignan: DJV-Pressemitteilung und ausführliche Hintergrundinformationen mit dem Text des Appells in deutscher Sprache (PDF-Datei) sowie hier die Möglichkeit, den Appell zu unterstützen.

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