Pro Panoramafreiheit

Für das Recht auf freie Fotografie
Das Bild zeigt die Zeche Zollverein in Essen. Das Foto wurde vom DJV-Einsatzkommando straßenseitig aufgenommen, ohne Einsatz von Leitern oder Enterhaken, und erfüllt damit den Tatbestand des § 59 Urheberrechtsgesetzes. Essen ist dem Vernehmen nach Teil der Kulturhauptstadt 2010, möchte aber Geld, wenn Fotografen das Thema für sich als interessant entdecken.

DJV - Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Keine Panoramafreiheit mehr in Berlin-Brandenburg - Schloss Sanssouci für Fotografen gesperrt - Gericht entscheidet gegen Agenturen

Von Redaktion • 21.10.08 • Thema: News

Professionelle Fotografen und Agenturen können das Schloss Sanssouci in Potsdam und weitere Liegenschaften in der Zuständigkeit der Schlösserstiftung Berlin-Brandenburg nur noch nach Genehmigung durch die Stiftung fotografieren und verwerten. Ein Rechtsstreit, den die Stiftung gegen die Agentur Ostkreuz führt, geht nach Einschätzung von Juristen zu Lasten der beklagten Agentur und ihrer Fotografen aus. Auf einem Gerichtstermin am 17. Oktober 2008 in Berlin teilte der Richter die Ansicht der klagenden Stiftung, dass die Fotografen und Agenturen nur an einer kommerziellen Nutzung des “Eigentums” anderer interessiert seien. Die Freiheit der Presse werde daher nicht verletzt, wenn die Fotoaufnahmen von einer Genehmigung abhängig gemacht würden. Der Richter meinte auch, es handele sich bei Park Sanssouci nicht um öffentliches Gelände, sondern eben Privateigentum der - gleichwohl öffentlich-rechtlichen - Stiftung. Das Urteil wird erst am 21. November 2008 verkündet, das Ergebnis steht nach diesen Äußerungen aber fest. Ein ausführlicher Bericht findet sich hier.

Der DJV und andere hatten das Vorgehen der Schlösserstiftung scharf kritisiert. Der DJV hat im Rahmen der photokina zahlreiche Unterschriften gegen deren Vorgehen gesammelt und im Internet die Initiative “Pro Panoramafreiheit” eingerichtet, um für das Recht auf freie Fotografie öffentlicher Gebäude und Denkmäler zu werben.

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5 Kommentare (letzte zuerst) »

  1. Es ist wirklich interessant, diese Geschichte durch die Instanzen zu verfolgen. Manche haben doch einen sehr abstrusen Begriff von Eigentum.

  2. Wäre sehr schade, wenn andere öffentliche Denkmäler auch auf so eine absurde Idee kommen würden.

  3. was soll den das?? das grenzt doch an Abzocke. und wenn wir morgen den Himmel fotographieren wollen müssen wir dann an den lieben Gott bezahlen? Ich drücke euch die Daumen.

  4. Ich hoffe, dass dies keine Schule macht!
    Es gibt anscheinend nicht nur Armleuchter innerhalb der Schlösser!

  5. Ich hoffe es gibt doch noch eine Wende im Prozess. Sollte SPSG wirklich gewinnen werde ich absofort keinen Besuch mehr in den Schlössern vornehmen und somit auch keinen eintritt bezahlen. Eine riesen große Frechheit von SPSP ….

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