Pro Panoramafreiheit

Für das Recht auf freie Fotografie
Das Bild zeigt die Zeche Zollverein in Essen. Das Foto wurde vom DJV-Einsatzkommando straßenseitig aufgenommen, ohne Einsatz von Leitern oder Enterhaken, und erfüllt damit den Tatbestand des § 59 Urheberrechtsgesetzes. Essen ist dem Vernehmen nach Teil der Kulturhauptstadt 2010, möchte aber Geld, wenn Fotografen das Thema für sich als interessant entdecken.

DJV - Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Zeche Zollverein: Panoramafreiheit wird missachtet

Von Redaktion • 21.07.10 • Thema: News

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(DJV-PM) 21. Jul. 2010 – Der Deutsche Journalisten‑Verband hat als nicht hinnehmbar kritisiert, dass die Stiftung Zollverein Fotografen abmahnt, die Bilder der Zeche Zollverein auf ihren Internetseiten veröffentlichen. Den Hinweis auf eine angebliche Kostenpflichtigkeit einer Veröffentlichung von Bildern der Zeche, einem der bedeutendsten Industriedenkmäler der Welt, hält der DJV für geradezu grotesk. Es sei paradox, dass man einerseits das Bild einer weltoffenen europäischen Kulturhauptstadt-Region abgeben wolle, andererseits die Panoramafreiheit missachte.

„Es kann nicht sein, dass Fotografen, die in die europäische Kulturhauptstadt‑Region reisten, etwa, wie am vergangenen Wochenende für das Still-Leben auf der A40, oder wie am kommenden Wochenende zur Loveparade in Duisburg, Angst haben müssen, auch die Zeche Zollverein zu fotografieren, da sonst Abmahnungen auf sie zukommen könnten“, betonte die stellvertretende DJV‑Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser. „Für uns ist klar: Es gilt auch im Fall der Stiftung Zollverein die Panoramafreiheit für Fotografen. Die Stiftung Zollverein kann diese nicht missachten”, so Kaiser. Zudem sei das die schlechteste Öffentlichkeitsarbeit für den Standort Ruhrgebiet, die man sich vorstellen kann.

Kaiser wies darauf hin, dass die Zeche Zollverein mit Millionenbeträgen aus öffentlichen Mitteln finanziert worden sei. „Wie im Fall des Schlosses Sanssouci müssen Fotografen auch auf dem Gelände frei fotografieren dürfen. Das Haus- und Eigentumsrecht kann bei solchen aus öffentlichen Mitteln finanzierten und für die Öffentlichkeit gedachten Gebäuden und Flächen nicht geltend gemacht werden!”

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(Überbelichteter) Denkmalpfad hinter Gittern, im Kulturhauptstadtsjahr: Zeche Zollverein will Fotografen zahlen lassen

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6 Kommentare (letzte zuerst) »

  1. Was Google mit dem Essener Zollverein gemacht hat ist voll in Ordnung.Wer sich abschottet darf nicht wundern,warum ihre Sehenswürdigkeit ignoriert wird.Bezahlen kann keiner die Gebühren für Fotoerlaubnisse auf ihr Gelände.Und ihre Hausfotografen werden auch niemals an die Qualität und Kreativität herankommen wie wir Fotografen es machen.

  2. http://www.derwesten.de/staedte/essen/Google-Street-View-verschluckt-Zollverein-id3963381.html#derwestenRSS

    “„Wir wissen selbst nicht, woran es liegt“, erklärte gestern eine Zollverein-Sprecherin. Das Fördergerüst sei zwar eine „angemeldete Bildmarke“ und mit entsprechenden Rechten belegt – aber: „Von der Straße aus darf das Gebäude natürlich jedermann jederzeit fotografieren, darauf haben wir keinen Einfluss.“ Nur bei Bildern, die auf dem Zollverein-Gelände entstehen, könne Zollverein eine Genehmigung verlangen. Die Stiftung habe bereits Kontakt mit „Google Street View“ aufgenommen, hieß es gestern.”

    Vielleicht merkt die Stiftung jetzt endlich, dass Öffentlichkeit viel lukrativer ist als Selbstabschottung. Sie sollte eigentlich jedem Fotografen, der ihr Objekt veröffentlicht und so für Kontakte sorgt dankbar sein und nicht etwa kriminalisieren. Ich finde das Abstrafen durch Google super. Wer nicht hören will muss fühlen.

  3. Liebe Kollegen, ich habe den Artikel ebenfalls auf unserer Redaktionsseite veröffentlicht da ich dieses Thema als sehr wichtig ansehe und finde das man das nicht so hinnehmen darf, wenn man Fotos der Zeche Zollverein macht und dann dafür auch noch bezahlen soll, obwohl es ein rund um die Uhr völlig frei zugängliches Areal ist das jedem frei zur Verfügung steht.

    Liebe Grüße

    Oliver Thol von MEDIEN. RUHRGEBIET

  4. Sieht mir ganz so aus, als wenn da mal wieder jemand mit faul rumsitzen und blöd gucken Geld verdienen will. Welch Leistung!!!:-)

  5. […] Zollverein VIII (Essen) stammt von frollein2007 und steht unter CC-BY-SA-Lizenz. siehe auch den entsprechenden Beitrag bei pro-panoramafreiheit.de [↩]welches vom Fotografen Thomas Robbin stammt, der das Thema auch bei sich mit dem […]

  6. Hallo liebe Kollegen,

    ich war so frei diese Meldung auf meinem Blog zu veröffentlichen.

    Viele Grüße,
    Stefan

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