Pro Panoramafreiheit

Für das Recht auf freie Fotografie
Das Bild zeigt die Zeche Zollverein in Essen. Das Foto wurde vom DJV-Einsatzkommando straßenseitig aufgenommen, ohne Einsatz von Leitern oder Enterhaken, und erfüllt damit den Tatbestand des § 59 Urheberrechtsgesetzes. Essen ist dem Vernehmen nach Teil der Kulturhauptstadt 2010, möchte aber Geld, wenn Fotografen das Thema für sich als interessant entdecken.

DJV - Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Ausländische Journalisten: Wir fotografieren die Kulturhauptstadt 2010 - und wir zahlen nicht!

Von Redaktion • 22.07.10 • Thema: News

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Tatort Zeche Zollverein: Ausländischer Fotograf wagt es, deutsche Kulturdenkmäler zu fotografieren, ohne dafür zu löhnen

Die Stiftung Zollverein will Geld sehen für Bilder, die das mit Millionengeldern aus öffentlichen Mitteln geförderte Industriedenkmal zeigen. In umfangreichen Geschäftsbedingungen, die nur von Experten auf der Internetseite gefunden werden können, fordert sie einen Fotogenehmigungsantrag. Gleichzeitig weist die Stiftung DJV-Kritik an ihrem Vorgehen zurück:

“Fotografen dürfen Bilder, die außerhalb des Geländes des Welterbes Zollverein ohne Hilfsmittel wie Leitern u. ä. aufgenommen werden, nutzen. Das bedeutet: eine Nutzung von Bildern, die der Panoramafreiheit unterliegen, wird von der Stiftung Zollverein nicht eingeschränkt.

Anders verhält es sich bei Bildern, die nicht unter die Panoramafreiheit fallen, sprich auf dem Gelände des Welterbes aufgenommen wurden. Hier gilt das Hausrecht. Die Hausordnung definiert dies unter Punkt 9: „Alle nicht ausschließlich privat genutzten Foto-, Ton- und Filmaufnahmen bedürfen einer schriftlichen Genehmigung durch die Stiftung Zollverein.“

Fotogenehmigungen für redaktionelle Nutzung werden an Fotografen kostenfrei ausgestellt, die ihre Bilder zu redaktionellen Zwecken im Auftrag einer Redaktion aufnehmen bzw. die Bilder zu redaktionellen Zwecken an z. B. Tageszeitungen verkaufen.”

Ausländische Journalisten reagieren auf solche Auffassungen verständnislos. “Zahlen für Fotoaufnahmen auf dem Gelände? Kommt nicht in Frage!” Und fotografieren weiter. Kein Wunder, denn in der Zeche Zollverein stecken neben deutschen Steuermillionen auch noch europäische Fördergelder.

Kulturhauptstadt 2010 - die Internetseite Ruhr 2010 wirbt ganz selbstverständlich mit dem Bild der Zeche Zollverein. Eine Einladung an die Welt, die sich als Kostenfalle für Fotografen herausstellen kann, - und alle diejenigen, die solche Bilder unbedarft ins Netz stellen. Anti-Werbung pur für die Kulturhauptstadt. “Wir Fotografen kämpfen mittlerweile überall gegen solche Zumutungen”, meint der Kollege und packt seine Sachen achselzuckend zusammen. Er wird solche Vorgaben wie so oft auch in diesem Fall ignorieren.

Möglicherweise gibt es demnächst Bilder von der Zeche Zollverein nur noch im Ausland zu kaufen - dort, wo die deutsche Gerichtsvollstreckung schon aus historischen Gründen eher weniger gerne gesehen wird. Die Fotografen in Deutschland kämpfen schon heute gegen Abmahnungen, die ihnen aus Essen, der “weltoffenen Kulturhauptstadt”, ins Haus flattern. Vielleicht eher doch Stadt mit Herz aus Stahl, was Fotografenfreiheit angeht.

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4 Kommentare »

  1. […] Ausländische Journalisten: Wir fotografieren die Kulturhauptstadt 2010 – und wir zahlen n… – […]

  2. Muß man eigentlich Eintritt für den Zugaang zu dem Gelände zahlen, oder ist das überhaupt irgendwie umfriedet/zugangsbeschränkt?

    Was die wohl sagen, wenn man die Bilder zu privaten Zwecken erstellt, und dann später auf die Idee kommt, diese sogar nach ihren Regeln legitimen Bilder - auf die sie keinerlei Anspruch mehr erheben können - doch kommerziellen Zwecken zuzuführen?

  3. Diese Diskussion ist so unsäglich wie das Bestreben Vieler, für alles und jedes noch kassieren zu wollen.
    Das muss offiziell geklärt werden und zwar derart, dass die Panoramafreiheit nicht weiter eingeschränkt wird.

  4. Langsam scheinen alle Fotografenhasser uns nach Strich und Faden abzuzocken,damit wir unsere Arbeit und unser Hobby nicht mehr ungehindert nachkommen zu können.Die erteilten Genehmigungen kann eh keiner zahlen und erfordert viel Bürokratie wegen nichts.

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